Das Verlagskonzept

 

Der Buchmarkt hat im vergangenen Jahrzehnt eine Revolution erlebt. Große Verlagshäuser mit Milliardenumsätzen, unter deren Dach sich oft vierzig und mehr Verlage befinden, sind an die Stelle unabhängig agierender Buchverlage getreten. Dies mag zwar zu einer Kostenreduzierung bei der Buchproduktion und der Verwaltung geführt haben, dass es der Meinungsvielfalt gedient haben könnte, darf aber mit Fug und Recht bezweifelt werden.

Kritische deutsche Geister haben ihre Bühne längst verloren. In den Verlagshäusern setzt man Überwiegend auf die Übersetzungen etablierter ausländischer Autoren. Das minimiert das finanzielle Risiko. Wie einst in der Bundesliga, in der kaum noch deutsche Spieler eingesetzt wurden, leidet natürlich das große Ganze darunter. Man rufe sich nur den Rumpelfußball der deutschen Nationalmannschaft aus dieser Zeit ins Gedächtnis zurück. Aber wen interessiert schon, dass Deutschland einst das Land der Dichter und Denker war? Hier geht es schließlich um Geld.

Mit den riesigen Summen, die man mit dieser Strategie einspielt, werden aufwendige Werbekampagnen gestartet, um die oft dürftigen Erzeugnisse mit viel Klamauk an die Leser zu bringen. Konsequenterweise haben sich diese Verlagshäuser auch in Zeitungen und Fernsehsender eingekauft, um so ihre Bücher ins rechte Licht setzen zu lassen.

Gegen diese Giganten der Branche haben kleine, eigenständige Verlage kaum noch eine Chance. Und wenn der Leser nicht weiß, dass ein bestimmtes Buch existiert, weil ein Verlag es nicht aufwendig bewerben kann, kann er es auch nicht kaufen.

Noch schlimmer ist allerdings, dass die Lektoren dieser monströsen Gebilde oft auch gesellschaftspolitischen Einfluss nehmen. Werke, die angeblich "politisch nicht korrekt" sind, werden konsequent abgelehnt. Hauseigene Kritiker verreißen diese Bücher sofort, sollte zu befürchten sein, sie könnten in einem Nischenverlag dennoch zu Ruhm gelangen.

Der Wuestenrufer Verlag möchte mit seinen Büchern ein ausgesuchtes Publikum ansprechen, das noch selbst zu denken gewillt und in der Lage ist. Für diese Zielgruppe werden wir im Laufe der Zeit ein Programm erstellen, das ausschließlich deutschsprachige Autoren/innen zu Wort kommen lässt. Weder die Herkunft noch die politische oder weltanschauliche Überzeugung eines Autors haben Einfluss auf die Auswahl eines Manuskripts. Gefordert ist allerdings ein erzählerisches Niveau, das einer sehr gut gebildeten Leserschaft angemessen ist. Unser Wahlspruch, Bücher für intelligente Menschen ohne Scheuklappen, steckt das selbst gewählte Ziel ab. Bei der Werbung setzen wir auf die Nutzung Neuer Medien und die Mundpropaganda unserer Leserschaft. Wir verlegen ausschließlich Romane, Thriller und Erlebnisberichte.